Wie das Schuldproblem gelöst werden kann

Wie  das Schuldproblem gelöst werden kann

Vergeben und vergessen– das sagt sich einfach. Tatsächlich aber tun wir uns schwer damit. Eine der größten Herausforderungen, denen man begegnen kann ist es, denen zu vergeben, die unsere Liebsten getötet haben.

Raymonde Paloutzian, emeritierter Professor für Psychologie an der Universität Leuven, Belgien, kennt diese Situation. Er schreibt: „In einer solchen Situation ist der Schmerz so groß und die Verletzung so tief, dass es dir das Messer noch tiefer in die Brust bohrt, wenn dir jemand sagt, du solltest vergeben:“ Paloutzian spricht von sich selbst. Er musste als 20-jähriger mit ansehen, wie seine Schwester durch ihren eigenen Ehemann erschossen wurde. Doch nach dem Vorfall sah er sich außerstande, starke Rachegefühle aus seinem Kopf zu verbannen. Und so verordnete er sich das Vergeben der Tat selbst, als Lebensaufgabe.

 

Denn das innere Leiden, das Grübeln, die Feindseligkeit, Wut, Trauer und Rachegelüste bestimmen tagtäglich das eigene Leben. Man ist nicht mehr frei, sondern ein Gefangener der eigenen negativen Emotionen und die machen uns auf die Dauer krank. Schuld ist ein krank machender Faktor. Die Fachleute gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent aller Erkrankungen seelische Ursachen haben.

 

Was bedeutet in diesem  Zusammenhang Vergebung? Vergebung ist die Heilung für seelische Wunden. Vergebung ist ein Kurswechsel in einer gestörten Beziehung. Vergebung ist das Schmieröl im Zusammenleben. Vergebung wirkt befreiend und hilft daher auch der Gesundheit. Wer nicht vergeben kann ist beziehungs,- liebes-, und konfliktunfähig. Da Kränkungen lange nachwirken, muss man sagen, dass Vergebung ein Prozess ist, der unterschiedlich lange dauert. Man kann Vergebung wohl als Schuldenschnitt betrachten, aber bis man sich dazu durchgerungen hat, das dauert. Echte Vergebung bedeutet nämlich Verzicht auf jegliche Vergeltung und Rache.

 

Vergebung ist ein zentrales Thema im Evangelium. Im „Vater unser“ heißt es: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ (Matth.6,12) In Gottes Augen sind wir alle schuldig, denn im Leben eines jeden Menschen gibt es Schuld, Unrecht und Selbstsüchtigkeit.

Man kann Schuld verdrängen, verleugnen oder versuchen sie abzuarbeiten,  los wird man sie damit nicht. Es gibt nur einen Weg von Schuld wirklich frei zu werden: durch den Weg der Vergebung!

 

Darum sagt der Psalmist: Glücklich ist der Mensch, dem die Übertretung vergeben ist und dem der Herr die Schuld nicht zurechnet!“

Ihr „Blickpunkt2000“-Team